Benennung…

Die Namensgebung von allen Pflanzen obliegt bestimmten Regeln. Auch für die Namensgebung von sortenschutzrechtlich und warenzeichenrechtlich geschützten Pflanzen gibt es Richtlinien, die erfüllt werden müssen. Im Grundsatz besteht der Name jeder Pflanze aus zwei Teilen: aus der Geschlechtsgattung-Bezeichnung und der Sortenbezeichnung.

Geschlechtsgattung
Eine Pflanzenfamilie, die über gemeinsame Merkmale miteinander verwandt sind. Das erste Wort in einer Pflanzenbezeichnung ist die Geschlechtsgattung. Die Gattung wird immer am Anfang mit einem Großbuchstaben geschrieben.

Sorte
Eine Gruppe von Pflanzen die über gemeinsame Merkmale innerhalb einer Pflanzenfamilie verfügt. Manche Sorten gibt es als Wildpopulation in der freien Natur. Das zweite Wort ist ein Pflanzenname, die Sortenbezeichnung, die immer mit einem Kleinbuchstaben am Anfang geschrieben wird.

Kultivare
Eine Gruppe von Pflanzen innerhalb einer Sorte, die immer die gleichen identischen Eigenschaften besitzt. Kultivare weichen immer von den natürlichen Populationen ab und können als Sämling oder Mutant angetroffen werden. Dies kann überall stattfinden, also auch in der freien Natur. Zu dem Zeitpunkt, an dem diese abweichende Form vermehrt wird, (eine Vermehrung muss immer erfolgen, um die einmalige Eigenschaften zu gewährleisten) ist es ein Kultivar. Um die Kultivare einer jeweiligen Sorte zu unterscheiden, erfolgt die Kultivarbezeichnung nach dem “Erfinder”. Die Kultivarbezeichnung ist untrennbar mit der diesbezüglichen Pflanze verbunden. Kultivar ist eine Abkürzung der englischen Bezeichnung “cultivated variety” (Kulturvarietät). Ein weiteres Wort für Kultivar ist “Sorte”. Der dritte Name der Pflanzenbezeichnung ist die Kultivarbezeichnung. Kultivarbezeichnungen werden immer in hochgestellten! einzelnen Anführungszeichen wiedergegeben und jedes Wort beginnt mit einem Großbuchstaben (ausgenommen hiervon sind Artikel und Adverbien).

Sortenschutzrechte
Wenn eine Pflanze sortenschutzrechtlich geschützt ist, steht hinter der Kultivarbezeichnung die Abkürzung PBR (“Plant Breeders’ Rights”). Pbr wird in “klein Capital” Schrift oder in der hochgestellten “Superscript” Schrift wiedergegeben. In der Praxis wird auch schon mal das ® Zeichen verwendet, aber dies bedeutet “registered trademark” und ist das amerikanische Symbol für ein eingetragenes (deponiertes) Warenzeichen. Es hat keine Rechtsgültigkeit, besonders dann nicht, wenn es sich darum handelt, ob eine Pflanze sortenschutzrechtlich geschützt ist, oder nicht. In den USA werden Pflanzen patentiert. In diesem Fall steht hinter der Kultivarbezeichnung die Abkürzung PP, welches “plant patent” oder “patent protected” bedeutet.

Prunus laurocerasus ‘Ani’ PBR
Prunus ist die Geschlechtsgattung
laurocerasus ist die Sortenbezeichnung
‘Ani’ ist die Kultivarbezeichnung

Handelsnamen und Warenzeichen
Außer der Kultivarbezeichnung wird in manchen Fällen der Pflanze ein kommerzieller Verkaufsname zugeordnet. Wenn diese Pflanze bei einem nationalen oder internationalen Markenamt eingetragen ist, ist es ein Warenzeichen. Wenn die Bezeichnung nicht eingetragen ist, sondern nur “verwendet wird” ist es ein Handelsname/Handelsbezeichnung. Warenzeichen sind sehr sinnvoll, wenn es sich um Kultivar-Reihen handelt. Warenzeichen werden üblicherweise klein in sogenannter “Capital” Schrift wiedergegeben oder in Großbuchstaben, ohne weitere Ergänzungen und nur mit dem ® Symbol versehen. Wissenschaftlich gesehen kommen die Warenzeichen und Handelsbezeichnungen in Klammern unmittelbar hinter der Kultivarbezeichnung; Kommerziell gesehen ist es jedoch besser, die Kultivarbezeichnung etwas kleiner, eingeklammert hinter dem Warenzeichen oder der Handelsbezeichnung anzubringen.

Berberis thunbergii ‘MAJA’ PBR (Coral)          wissenschaftlich korrekt
Berberis thunbergii Coral (‘MAJA’PBR)           kommerziell vorteilhaft

breederplants_kleur